Pressestimmen
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»Dass er "Der falsche Inder" auf Deutsch verfasste, so hat der Schriftsteller einmal gesagt, habe ihm auch manches erleichtert: "Wenn ich auf Arabisch schreibe, handelt alles vom Leid. Das Deutsche hält mich auf Distanz." So, mit der hilfreichen Distanz, die eine neue Sprache vermittelt, mit seinem facettenreichen Humor als Überlebensmittel und dem Formbewusstsein des Lyrikers ist Abbas Khider ein außergewöhnlicher Roman gelungen, der seinen autobiographischen Gehalt in einem raffinierten Wechselspiel von Enthüllen und Verbergen entfaltet.«
Hubert Spiegel: Laudatio bei der Preisverleihung des Adalbert-von-Chamisso-Förderpreies, 04.03.2010
»In seinem Debütroman erzählt Abbas Khider von einem jungen Iraker, der unter Saddam Hussein im Gefängnis sitzt und anschließend als illegaler Flüchtling eine unmenschliche Odyssee durch viele arabische und europäische Länder durchleidet, bis er schließlich in Deutschland Asyl erhält. Khider tut dies in einer äußerst lebendigen, oftmals lakonischen Sprache, die immer wieder durchdrungen ist von grimmigem Humor. Keine Spur dabei von moralinsaurer Schwere, die sich bleiern auf den Leser legte. Nein, „Der falsche Inder” ist ein radikal unsentimentaler Report aus der Hölle. So ist der Schrecken der Flucht zwar immer präsent, wird aber nie explizit ausgestellt. Es bleibt genug Platz für eine Lebenslust, die ansteckend wirkt, und für viele kleine Beobachtungen, ebenso präzise wie entlarvend.«
Dominik Schweighofer, Süddeutsche Zeitung, 16.12.2009
»Eine eindrucksvolle Schilderung des "alltäglichen" Lebens "illegaler" Menschen ... "Die Länder hatte ich in zwei Gruppen unterteilt", schreibt Khider. "Zur ersten gehören diejenigen, in denen es nur Bilder und Plakate der jeweiligen Früher und ihrer banalen Parolen gab. zur zweiten gehören die Länder, in denen das nicht der Fall war. Da wollte ich hin." Ein Glück für die deutsche Literatur, dass er es geschafft hat.«
Wolf Dieter Kantelhardt, ef-Magazin, November 2009
»Die
Verwirrtheit, die Schuldgefühle und die Erinnerung an die immer
wiederkehrenden, grausamen Erlebnisse, die in Abbas Khiders Seele
wüten, sind beim Lesen des Buches hautnah spürbar. Ein
bewegendes Dokument über das Schicksal eines
Kriegsflüchtlings.«
Nasner Sigi, Draußen Magazin, Juni 2009
»Dem Text tut das gut, mit
klarer, unverblümter Sprache, mit Gespür für Spannung
und Ironie und zuweilen irritierender Leichtigkeit schildert „Der
falsche Inder“ auswechselnden Blickwinkeln Episoden eines
Flüchtlingsschicksals, das wohl nur mit unerschütterlichem
Optimismus, Lebenswillen und auch Humor verkraftbar ist. Tragik und
Komik liegen nahe beisammen in Khiders lakonischem, unsentimentalem
Erzählstil, der berührt, ohne Betroffenheit zu heischen.
Die Resonanz auf „Der falsche Inder“ zeigt, dass Khider
damit einen viel versprechenden literarischen Weg eingeschlagen hat.«
Dieter Ungelenk, Neue Presse Coburg, 29. Mai 2009
»„Der falsche Inder“ ist eine gelungene Mischung aus Gesellschaftssatire, Autobiographie und politischer Prosa von hoher literarischer Qualität.«
Gerd Bedszent, Ossietzky Magazin, März 2009
»„Der
falsche Inder“ ist Roman, Märchen,
Erzählung aus 1001
Nacht, Kurzgeschichte und Autobiografie in einem ... „Der
falsche
Inder“ ist auch ein Künstlerroman. Dass das auf
Arabisch
verfasste Manuskript, das achtmal die Schrecken eines
Flüchtlingslebens zu fassen versucht, dem deutsch schreibenden
Erzähler zugleich vertraut und fremd erscheint, beweist
eindrucksvoll Abbas Khiders' Formbewusstsein.«
Jörg
Plath, Deutschlandradio, 02. Februar 2009
»Ein kleiner Roman, der große Themen, orientalische Abenteuer, Erotik und Witz mit einer realen Geschichte verbindet, denn der Autor Abbas Khider hat in diesem Buch einen Großteil seiner eigenen Biographie verarbeitet. Beeindruckend.«
Literaturkurier, 26. Januar 2009
»An manchen Stellen wirkt das Buch „Der falsche Inder“ wie eine Reportage, weil Khider einen nüchternen Tonfall anschlägt. Meist jedoch klingt Khiders Ich-Erzählung fast märchenhaft – poetisch und voller wunderbarer Ereignisse. An Märchen erinnert auch die Großzügigkeit, mit der der Autor Zeit und Raum durchquert (...). Khider malt die Schrecken der Flucht nicht sonderlich aus und erzählt sogar von witzigen und aberwitzigen Begegnungen, doch den Ernst und die Härte des Überlebenskampfes spürt der Leser auch so.«
Martina Sulner, Hannoversche Allgemeine, 5. Januar 2009
»In seinem ersten Roman „Der falsche Inder“ beschreibt Khider eine... Irrfahrt auf dem Weg in die vermeintliche Freiheit. Dies allerdings mit einem höchst künstlichen Griff: Ein arabisches Manuskript liegt in einem deutschen ICE. Das erzählt auf acht Mal auf ganz unterschiedliche Weise die Lebensgeschichte desjenigen, der sie findet. Kompliziert? Vielleicht, aber auch humorvoll, traurig, stark.«
Szene Hambug Magazin, Januar 2009
»Spannend für alle, auch jüngere Leser, die begreifen wollen, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein.«
Greenpeace Magazin, Januar 2009
»Der Autor versteht es dabei meisterhaft mit Nähe und Distanz zum Geschehen und den Gefühlen des Lesers zu spielen und man fühlt sich an keiner Stelle des Buches unangenehm berührt. Es ist vielmehr eine spannende, fast unglaubliche, jedoch sehr glaubwürdige Geschichte, die sich subtil auf 150 Seiten entfaltet. Khider nimmt den Leser mit auf seiner Reise bis zur letzten Seite. Er beweist mit diesem Buch, dass er nicht nur Lyriker, sondern auch ein ausgezeichneter Erzähler ist, der den Gebrauch der Worte und auch der Form virtuos beherrscht. Man ist gespannt auf weitere Werke.«
Sabine Seip, Media Mania, Dezember 2008
»Gerade weil Khider uns bei Laune hält, gerade weil seine Lakonie kein Mitleid zulässt, gerade deshalb berührt seine Geschichte und eröffnet eine neue Perspektive auf "Die Flüchtlinge". Sie werden wieder zu Einzelpersonen.«
Ines Kappert, Die Tageszeitung, 29. November 2008
»Mal lyrisch, mal lakonisch beschrieben, werden aus den Zufällen Wunder, astrologische Vorherbestimmungen, Anekdoten oder die Schrecken der Erinnerung an die Toten. Auf 160 Seiten entsteht ein anspruchsvoll-dichtes Panorama eines Fluchtschicksals, selten von schrägem Machismus und Wiederholungen getrübt.«
Ingo Anhenn, Interkultur Stuttgart, November 2008
»Am Ende von Abbas Khiders Roman steht alles wieder auf Anfang. Dazwischen ist eine lesenwerte Geschichte zu entdecken, die ohne mitleiderheischendes Betroffenheitspathos auskommt, weil ihr Autor weiß, dass die Zumutungen, die unsere Zeit für einen großen Teil der Menschheit bereit hält, keiner wertenden Kommentierung bedürfen um betroffen zu machen.«
Andreas Pflitsch, Lisan Zeitschrift, Herbst 2008
»Mit leichtem Ton und feiner Ironie erzählt der in Berlin lebende Exiliraker Abbas Khider,35, diese dramatische Reise immer wieder unter einem neuen Aspekt: Sex, Wunder, Unglücke. Die Struktur ist gewöhnungsbedürftig, aber egal, denn gelungen ist umso mehr, wie Khider aus diesem aktuellen Thema unterhaltsamen und überhaupt nicht moralinsauren Lesestoff gemacht hat ...«
Marianne Wellershoff, KulturSPIEGEL, November 2008
»Der Autor ist ein Meister einer grotesken Komik, mit der er sich gekonnt zwischen Lachen und Weinen bewegt.«
Evi Chatzi, SWR International, 28. Oktober 2008
»Was für ein tieftrauriges Buch, bei dem man über jede Seite glücklich ist. Das Traurige ist die Realität, von der es berichtet und glücklich ist man über den, der diese Realität bis jetzt überlebt hat und ein künstlerisches Kleinod schuf... Das Lapidare, mit dem Khider Brutalisierung und Verwahrlosung beschreibt, ohne selbst verloren zu gehen, brutal oder zynisch zu sein, ist geradezu beschämend für jeden westlichen Leser, vermutet man in dieser Stärke doch neben aller individuellen Besonderheit auch etwas, das sich aus der Kultur speist, die hierzulande als zurückgeblieben beurteilt wird. Dankbar muss man außerdem für diesen Zutritt in eine zarte und verletzte aber unzerstörte Dichterseele sein.«
Renée Zucker, rbb
Inforadio, 19. Oktober 2008
»Der Roman liest sich auch als ein ergreifendes Plädoyer für Mitmenschlichkeit, Verständnis und Achtung der Menschenwürde. Ein literarisches Kunstwerk: zart wie der Schleier orientalischer Frauen, farbig wie die Hüfttücher, an denen die Metallplättchen im Rhythmus der Musik klimpern und dunkel wie die schönen Augen einer Zigeunerin.«
Maria Panzer, Lesart Zeitschrift, Herbst 2008
»Einzelne Mosaiksteine fügen sich aneinander, die man gar nicht an einem Abend erzählen könnte… ein schmales Buch, das durch seinen klaren Blick auf die Ereignisse beeindruckt.«
Buchkultur, Oktober/November 2008
»Eines wird in „Der falsche Inder“ sehr schnell klar: Khider kann erzählen ... Die Geschichte der Flucht ist nur ein Strang von „Der falsche Inder“, wenn auch der literarisch stärkste, weil es Khider hier schafft, schonungslos und doch humorvoll zu erzählen.«
Timo
Berger, Junge Welt, 15. Oktober 2008
»„Der falsche Inder“ ist ein in mehrfacher Hinsicht überraschendes Werk ... Bemerkenswert ist die Struktur des Textes. Khider berichtet nicht chronologisch, er erzählt die Geschichte seiner Flucht mehrmals und unter verschiedenen Aspekten, achtmal von Bagdad nach München, vom Tempel bis zu Saras Koffer. Auf dieser Weise glückt ihm das Kunstwerk, die Geschichte lakonisch und doch mit orientalischer Farbigkeit zu Papier zu bringen, gelingt es, ein schweres Thema mit der Leichtigkeit der Distanz darzustellen.«
Thomas Bruhn, Neues Deutschland, 14. Oktober
2008
»Erzählerisch gekonnt wird die Odyssee zerlegt: Jedes Kapitel beginnt wieder in Bagdad, die Fluchtbewegung wird unter verschiedenen Gesichtspunkten immer neu vollzogen und leicht, fast übermütig erzählt. Frauen. Schreiben. Papierklauen... Erst im Kapitel ›Die Wunder‹ verändert sich der Ton, die dunkle Unterströmung tritt stärker hervor. ›Gesichter‹ suchen ihn heim: Mitgefangene, Fluchtkameraden, Familienmitglieder, die nicht schafften, was ihm gelang: Überleben. Asyl finden. Lachen.«
Sibylle Mulot, Spiegel Special 2008
»Kompliziert und noch dazu sehr real. Ein Roman aus unserer brutalen Zeit und ein Autor mit bewundernswerter Kraft.«
Mona Naggar, BR2 Büchermagazin, 20.
September 2008
»Abbas Khider ist angekommen. In einem Land, dessen Sprache er heute beherrscht. So gut, dass er ein Buch geschrieben hat über den langen steinigen Zufallsweg, der ihn letzten Endes nach Berlin führte... Khider erzählt seine Lebensgeschichte im stilistischen Slalom zwischen existenzieller Misere und greller Komik.«
Jens
Mühling, Tagesspiegel, 19. September 2008
»Der Roman „Der falsche Inder“ ist ein fantasievolles Spiel mit Erzählstil und Perspektiven. Eine literarische Brücke zwischen Orient und Okzident, auf der sich Traum und Wirklichkeit zu einem Märchen zusammenfügen. Eine Geschichte voller Lebenslust, gewidmet all denjenigen, die eine Sekunde vor dem Tod noch von zwei Flügeln träumen.«
Birgit Eckelt, BR Kulturmagazin Puzzle, 28. August 2008
